Ein Lichtstreif am Horizont?

bunte Kinderhände vor Schultafel
@fotolia

Wenn Sie uns auf diesem Blog regelmäßig folgen, erinnern Sie sich sicher, dass wir schon einige Male das Thema mangelnde Wertschätzung der Arbeit von Erziehern und Sozialarbeitern angeschnitten haben. Ein Dauerbrenner, der vor allem hier in Berlin aufgrund einer besonderen Vertragssituation unter den Beschäftigten immer wieder zu Recht für Unmut sorgt. Nun kommt allerdings Bewegung in die Sache, denn Ver.di fordert für das kommende Jahr 10 Prozent mehr Gehalt für Erzieher.

 

Es wäre ein Zeichen. Denn – wie Anke Eichner, Fachberaterin und Leiterin des Arbeitsbereiches Kindertagesstätten des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. in unserem letzten Interview schon richtig sagte, fehlt es derzeit einfach an Anerkennung für diesen Beruf.

Durchschnittlich zehn Prozent mehr fordert Ver.di nun – ein ehrgeiziges Ziel, das schon vorab für Unruhe sorgt. Denn natürlich steht die Frage, ob diese Forderung ohne Streiks durchzusetzen ist, sofort im Raum.

Interessant ist, dass es bei den nun anstehenden Verhandlungen nicht darum geht, ein einfaches Lohnplus zu verhandeln, sondern dass die Berufe neu in der Vergütungsordnung eingegliedert, sprich in eine höhere Tarifgruppe gesetzt werden sollen. Es geht also grundsätzlich um eine längst fällige Aufwertung. Der Ver.di Vorsitzende Frank Bsirske äußert sich dazu auf Spiegel Online wie folgt: „Wir wollen damit den Veränderungen im Anforderungsprofil Rechnung tragen.“ Er unterstreicht in seinen Ausführungen, dass Sozialarbeit immer anspruchsvoller wird. Und dass es nicht mehr nur um eine einfache Betreuung, sondern darum geht, dass Kindereinrichtungen vieles abdecken, was voll berufstätige Eltern heutzutage gar nicht mehr leisten können. Kindertagesstätten sind zu Lernorten geworden. Mit dieser Entwicklung haben soziale Berufe einen enormen Qualitätsschub vollzogen.

Das dem mit der neuen Forderung Rechnung getragen wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

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